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Technologie Due-Diligence 2.0

Technologie Due-Diligence neu gedacht: Steigern Sie den Wert Ihres Unternehmens

Technologie Due-Diligence

Einführung

Lange Zeit diente Technologie in vielen Unternehmen als unterstützender Faktor, als Mittel zum Zweck. Heute übernimmt sie zunehmend eine Führungsrolle. Die rasante Technologieentwicklung ermöglicht neue Geschäftsmodelle, öffnet unerschlossene Märkte und revolutioniert bestehende Produkte. Und oft schneller als selbst die optimistischsten Prognosen vor einigen Jahren vorhersagten.


Um diesen schnellen Veränderungen Rechnung zu tragen, müssen sich auch Due-Diligence Prüfungen anpassen. Investoren bezahlen nicht für die Vergangenheit oder Gegenwart eines Unternehmens, sondern vor allem für Zukunftspotentiale. Eine rasante Technologieentwicklung beeinflusst diese Potentiale mehr als je zuvor. Betrachten wir jedoch heute die Konsistenz und Koordination verschiedener Due Diligence Bereiche, werden wir schnell enttäuscht.

Eine neue Due Diligence 2.0 erfordert eine engere Zusammenarbeit und flexible Anpassungsfähigkeit zwischen verschiedenen Prüfungsbereichen in wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Fragen.


Die Zeiten, in denen Due-Diligence-Prüfungen in isolierten Silos, konzentriert auf einzelne Bereiche, durchgeführt wurden, sind vorbei. Ebenso neigt sich aber auch die Ära der gebündelten und günstigeren "One-Stop-Shop" Angebote, aufgrund der gewachsenen Komplexität, dem Ende.


Technischen Due-Diligence in der Vergangenheit

Bis in die 1990er Jahre, als Technologie zunehmend zu einem "disruptive Enabler" wurde, war technische Due-Diligence (TechDD) kaum existent oder wurde nur sporadisch durchgeführt.


In den 2000er Jahren handelte es sich eher um eine Hygiene-Übung, die opportunistisch durchgeführt wurde. Erst vor etwa 10 Jahren hat sich die TechDD als eine zentrale, wertschöpfende Anforderung etabliert. Selbst zu dieser Zeit war sie allerdings oft noch von anderen Bereichen getrennt und hatte nur begrenzten Einfluss auf die Investment-Entscheidung, und dann auch oft nur im Sinne eines Warnsignals.


Im Laufe der Jahre hat sich ein umfangreiches Segment von Anbietern für TechDD entwickelt. Diese Angebote sind jedoch oft fragmentiert, ohne feste Standards oder gemeinsames Vorgehen. Heute wird TechDD entweder von Einzelpersonen, kleineren Beratungsfirmen oder als Teil von Paketen größerer Beratungsunternehmen angeboten.

Zusammengefasst zielte traditionelle TechDD hauptsächlich darauf ab, die Frage nach solider Technologie zu beantworten. In vielerlei Hinsicht war sie darauf ausgelegt, Deals zu ergänzen, die kurz vor dem Abschluss standen oder wurde erst nachträglich durchgeführt.


Der aktuelle Stand der Due-Diligence

Im Bereich der kaufmännischen Due-Diligence hat es in den letzten Jahren einige Anpassungen an neue, durch Technologie ermöglichte, Geschäftsmodelle gegeben. Es mangelt allerdings immer noch an einer engen Koordination der kaufmännischen und technischen Aspekte. Eine kaufmännische Due-Diligence-Prüfung, die nicht berücksichtigt, wie Technologie den Markt und das Produkt beeinflussen, stellt ein unvollständiges Bild dar. Technologiefragen können zum Beispiel den adressierbaren Markt (Total Addressable Market - TAM) drastisch beeinflussen, abhängig vom technologischen Stand und Fähigkeiten des Unternehmens.


Rechtliche Due-Diligence-Prüfungen mussten sich in der Vergangenheit weniger anpassen und haben sich, abgesehen von feinen Unterschieden wie Verschiebungen im Verständnis von geistigem Eigentum (zum Beispiel die Auffassung von Daten als geistigem Eigentum) oder der Notwendigkeit, mit sich Gesetzen und Regularien zu globalisierten Patent- und Steuerfragen, kaum geändert. Veränderungen gab es hier jedoch vor allem in technisch beeinflussten Bereichen wie Data Privacy und Data Residency und durch neue Anforderungen (z.B. GDPR Gesetzgebung).


Zukünftig müssen sich auch Investoren anpassen und ein besseres Verständnis für Technologie und IT-Landschaft entwickeln, um solide Investitionsentscheidungen treffen zu können.


Trotz ihrer wachsenden Rolle als Faktor für den Erfolg oder Misserfolg von Investitionen, hat sich das Angebot und der Prozess von technischer Due Diligence in weiten Teilen nicht genügend angepasst.


Was bedeutet TechDD 2.0 für zukünftige Investitionen?

Technologie hat heutzutage unbestreitbar eine starke Hand am Steuer und in der Zukunftsperspektive vieler Investoren. Die meisten Unternehmen sind heute entweder Technologieunternehmen oder in der einen oder anderen Weise technologieabhängig. Das hat direkte Auswirkungen auf EBITDA und Multiplikatoren bei Investitionssummen. Gleichzeitig lenkt TechDD die Aufmerksamkeit auf offensichtliche oder versteckte Stolperfallen und hilft ein rüdes Erwachen zu vermeiden.


In der Folge braucht das traditionelle Verständnis von TechDD dringend eine Auffrischung. Die archaischen, fragmentierten und nicht standardisierten Verfahren sind angesichts der enormen Verflechtung von Technologiefragen im heutigen Geschäftsumfeld nicht mehr aktuell (siehe "Technologie verschiebt die Risikoprofile für Private Equity").


Die TechDD 2.0 verfolgt einen strategischen und ganzheitlichen Ansatz, der intensiv mit anderen Prüfungsbereichen zusammenarbeitet, um bessere Erkenntnis zu generieren und Risiken zu minimieren. Um die Investitionsthese zu erfüllen und im Idealfall zu übertreffen, verschiebt sich der Fokus auf bereichsübergreifende Risiken, die das zukünftige EBITDA und die "Technologieeignung" stark beeinflussen können.


Eine der größten Herausforderungen, die wir im Laufe der Jahre von GPs (General Partners) gehört haben, ist die Fähigkeit, konsistente und quantifizierbare Daten über Technologien zu erhalten, die ihnen helfen, "Äpfel mit Äpfeln" zu vergleichen und Geschäftsentscheidungen zu treffen.


Eine Due Diligence 2.0 ist datengetrieben, mit quantifizierbaren KPIs, welche in den Wertschöpfungszyklus einfließen, um ein übergreifendes Verständnis zu ermöglichen. Strategisch gesehen wird die Investitionsthese von verschiedenen Perspektiven reflektieren, mit einem klaren Fokus auf Technologieeignung und die Fähigkeiten die Geschäftsstrategie an kommende Technologieveränderungen anzupassen.


Eine Schlussfolgerung in einer traditionellen technischen Due Diligence ist oft, dass das Produkt solide und die Technologieauswahl nachvollziehbar ist, während bestimmte Risiken identifiziert werden. Das ist heutzutage nicht mehr genug!


Die Due Diligence 2.0 zielt darauf, die Flexibilität von bestehender und zukünftiger Technologie zu verstehen und ihre Weiterentwicklung bei sich ändernden Marktgeschehen zu beurteilen. Investoren erwarten heute spezifische Datenpunkte, wie Risikobewertung, wie lange eine Risikoabschwächung dauern würde, und wie die Investitionsthese unter diesen Gesichtspunkten angepasst werden müsste. TechDD muss potentielle Störquellen und Fallstricke identifizieren und ausführen, wie diese Probleme umgangen werden können. Zukünftige Möglichkeiten für eine Steigerung der Investitionsrendite, etwa durch den Einsatz neuer Technologien oder eine angepasste Architektur, welche die kaufmännischen Prüfungsergebnisse beeinflussen kann, sollten integriert dargelegt werden. Abschließend sollte eine moderne Due Diligence in der Lage sein, den EBITDA-Einfluss und mögliche Alternativen darzustellen.


Zusammenfassung

Eine TechDD 2.0 hilft Investoren, nicht nur den vergangenen und gegenwärtigen Zustand zu verstehen, sondern auch die Technologierolle der zukünftigen Unternehmens-, Produkt- und Marktentwicklung zu durchleuchten. Dies kann sich in folgenden Szenarien widerspiegeln:

  • Steigerung von Kundennutzen,

  • Erschließung neuer Märkte,

  • Vergrößerung bestehender Marktanteile,

  • Verbesserung der Produkt- und Dienstleistungsqualität,

  • Verkürzung der Markteinführungszeit,

  • Optimierung von Kosten,

  • Verbesserung der Markenwahrnehmung durch Reduzierung von Compliance- und Sicherheitslücken.

Der Abschluss der Due-Diligence-Prüfung muss die Strategie eines Investors, den Führungsstil, Portfolio-Status und die Risikotoleranz berücksichtigen. Es handelt sich dabei um eine viel tiefere Betrachtung, als es eine einmalige, oberflächliche und isolierte Prüfung bieten könnte.


Dieses Vorgehen wird notwendig aufgrund des wachsenden Risikos bei technologiegetriebenen Produkten und Märkten. Im Endeffekt macht dieses Verständnis den Unterschied zwischen einem 2x, 5x oder 10x Exit-Multiplikator aus und bringt dem Investor damit einen quantifizierbaren Vorteil.


Aus unserer langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit General Partners und der sich entwickelnden technischen Due-Diligence Landschaft ergeben sich die folgenden 7 Überlegungen bei der Auswahl von Diligence-Anbietern.


Über die Autoren

Hazem Abolrous

Hazem ist seit über 26 Jahren in der Softwareentwicklungs- und M&A-Branche tätig und ist geschäftsführender Partner bei RingStone. Dort berät er Private-Equity-Firmen auf der ganzen Welt.


Bevor er zu RingStone kam, baute Hazem ein globales Beratungsunternehmen auf und leitete hochrangige Führungskräfte sowie die Praxis und Strategie der technischen Due Diligence.

Davor verbrachte er 18 Jahre bei Microsoft, in den Bereichen Softwareentwicklung, Inkubation, M&A und unternehmensübergreifende Transformationsinitiativen.


Vor seiner Zeit bei Microsoft war Hazem Gründer mehrerer Unternehmen in den Bereichen E-Commerce, Software, Gastgewerbe und Fertigung. Mit seinem multidisziplinären Hintergrund in Computertechnik, Biowissenschaften und Wirtschaft hat er weltweit Karriere gemacht, unter anderem in den USA, Großbritannien, Teilen Europas, Russland und Afrika.

Er ist auch ein gefragter öffentlicher Redner und Mentor in den Bereichen Software, M&A, Innovation und Transformation. Sollten Sie Fragen an Hazem haben oder Interesse an seiner Expertise haben, können Sie ihn unter hazem@ringstonetech.com kontaktieren.


Danny Rohde

Danny Rohde ist seit 20 Jahren in der Beratung und in technologiegestützten Transformationen tätig. Als Senior Practitioner bei RingStone arbeitet er weltweit mit Private-Equity Firmen in beratender Funktion zusammen. Vor seiner Tätigkeit bei RingStone arbeitete Danny Rohde für mehrere Tier-1-Beratungsunternehmen und betreute globale Kunden in vielen Branchen. Er konzentriert sich auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen und die digitale Transformation, insbesondere in komplexen Umgebungen, die die Integration von Menschen, Prozessen und Technologie erfordern. Danny hat einen Diplom Kaufmann in Deutschland und einen Masterabschluss in Management und Kommunikation von der Macquarie University Sydney. Kontaktieren Sie Danny unter danny.rohde@ringstonetech.com.

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